Chronik

Der Name des Dorfes Remschütz ist slawischen Ursprunges. Es wird nachweislich in einer Bestätigungsurkunde zur Gründung der Benediktinerabtei  Saalfeld 1074 erstmalig als „Remischzi“ erwähnt und war eines der Zinsdörfer der Abtei. Etwa 1425 wurde das Stiftsdorf vom kurfürstlich – sächsischen Amt Saalfeld übernommen.
Für alle die Bier und Wein schätzen, ist das Jahr 1515 von Bedeutung. In dem Jahr erteilte Herzog Johann von Sachsen das Recht zum Brauen von je 3 bis 3 ½  Eimern Bier für den Eigenbedarf  und das Weinschankrecht für selbst angebauten Wein von der Ernte bis zu Lichtmess. Ob Bier und Wein dem heutigen Geschmack genügen würden, bleibt allerdings sehr fraglich. Das solche Getränke damals kein Genuss- oder Rauschmittel darstellten, sondern zur Grundversorgung gehörten, zeigt seine Order in dem Satz:“….und mit Ihren Weibern,Kindern und Gesinde trinken….“.
Im 30-jährigen Krieg(1619 – 1650) wurde das Dorf, wie so viele andere Orte auch, mehrfach durch Einquartierungen und Durchzug von Truppen in Saalfeld und Umgebung (1628, 1629, 1631, 1633, 1636, 1637), sowie damit einhergehenden Epidemien stark belastet. 1640 wurden Saalfeld und viele der umliegenden Dörfer, dazu gehörte auch Remschütz, durch ein siebenwöchiges Feldlager von je etwa 40.000 Soldaten der kaiserlichen und schwedischen Hauptarmeen vollständig verwüstet. Die Bevölkerung des Ortes wurde um ein Drittel dezimiert .
Aber auch die Kriegsjahre von 1792 bis 1815 hinterließen ihre Spuren. Die Schlacht zwischen den Preußen und dem napoleonischen Heer 1806 bei Wöhlsdorf, in der Prinz Louis Ferdinand von Preußen fiel und die nachfolgenden Plünderungen führten zu großer Not. Der Platz am Rande Wöhlsdorfs, an dem der Prinz tödlich verwundet wurde, ist durch einen Gedenkstein bezeichnet. Ein großes von dem Baumeister Schinkel entworfenes Denkmal erinnert an dieser Stelle daran.
Zwei Drittel der Bevölkerung von Remschütz bestritt ihr Leben als Pferdebauern, die mit ihren Pferden bis in das 19.Jahrhundert zu Frondiensten verpflichtet waren. Etwa ein Drittel der Bauern waren durch späteren Zuzug mit geringeren Rechten an der Nutzung des gemeinschaftlichen Grundbesitzes, wie zum Beispiel dem Dorfanger ausgestattet. Neben Feldanbau, Viehzucht und einem kleinen Weinanbau, dessen Terassenanlage heute noch zu erkennen ist, spielte im 19.Jahrhundert der Hopfenanbau eine größere Rolle. Mit der nicht ungefährlichen Flößerei auf der Saale verdienten sich einige Einwohner ein willkommenes Zubrot. Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts wuchs durch die Industrialisierung in und um Saalfeld die Einwohnerzahl. Waren es in Remschütz um 1845 nur etwa 180 Einwohner, so lebten bereits 90 Jahre später fast 600 Menschen im Ort. Die neu hinzugezogenen Einwohner ließen sich in der Mehrheit im neueren Teil des Dorfes rechts der Saale nieder. Aber auch dort findet man noch alte Bauernhöfe, die auf eine frühe Besiedlung schließen lassen.
Das linke Saaleufer, die so genannte Bauernseite (Florian-Geyer-Straße) weist fast geschlossen Fachwerk-Bauernhöfe (z. T. Drei- und Vierseitenhöfe) auf. Besonders hervorzuheben ist das Haus Nr. 73, das noch einen originalen, überdachten Hofübergang im ersten Obergeschoß zwischen Haupt- und Nebenhaus aufweist. Die Gebäude wurden alle liebevoll und aufwändig restauriert bzw. erhalten.
Mit dem Bau der Hohenwartetalsperre 1935-42 hörten dann endlich auch die vielen Überschwemmungen auf. Fast jährlich kam es durch starken, längeren Regen, bei dem das obere Saaletal mit seinen tief eingeschnittenen Tälern ein riesiges Sammelbecken für das Regenwasser darstellte, zu großen Schäden. Besonders im Frühjahr, zu den immer wieder auftretenden Eisfahrten, schob sich das aufbrechende Eis auf der Saale zu hohen Barrieren auf. Wenn dann noch gleichzeitig Regen einsetzte, überflutete die Saale weite Landstriche der Saaleaue und richtete große Schäden an. Links der Saale, fast am Ende der Bauernseite wurde 1994 das Kunstufer eröffnet. Hier stehen zahlreiche Sandsteinskulpturen von Künstlern aus Deutschland und anderen Ländern. Hauptinitiator für den Skulpturenpark, wie auch den Stein mit den Hochwassermarkierungen auf dem Dorfanger war der in Remschütz beheimatete Künstler, Herr Körting.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Gerhard Werner für seine Unterstützung bei der Erarbeitung des Artikels.
Quellen zu den Daten: Dr. Gerhard Werner ; Saalfeldische Historien von K.Sagittarius,Herausgeber: Ernst Devrient – 1904; Professor K.H.W. Münnich: Die malerischen Ufer der Saale